Andreas Geistlich
Andreas Geistlich

Ein Hoch auf die Genossenschaften!

09.12.2012

Es sind nicht immer Genossen, die schaffen bei den Genossenschaften! Im Falle der Liberalen Baugenossenschaft Schlieren waren es FDP nahe Kreise, welche 1968 die LBS ins Leben riefen. Auch heute noch stammen die 98 Mitglieder aus bürgerlichem Umfeld. Der Start erfolgte mit Einlagen von Genossenschaftsmitgliedern, mit Darlehen vom Kanton und von der Stadt Schlieren, sowie mit Land, welches günstig im Baurecht erworben werden konnte. Im Gegensatz zu vielen anderen Wohnbaugenossenschaften braucht es bei der LBS keine Einlagen der Mieter. Dank gutem Wirtschaften und geschicktem Investieren sind heute die Darlehen längst zurückbezahlt und die LBS besitzt heute 136 Wohnungen an der Rohr-, an der Lätten- und an der Freiestrasse. Diese Wohnungen werden zu sehr guten Konditionen an die Mieter weiter gegeben. Über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass der günstige Baurechtszins 1:1 an die Mieter weiter gegeben wird. Eine 4-Zimmer Wohnung für 1’400 bis 1’600 Franken ist für Schlieren in der Tat ein sehr guter Preis. Ca 400 Schlieremer wohnen in LBS Wohnungen. Nicht alles, was gemeinnütziger Wohnungsbau ist hat also mit der Linken zu tun. Und auf der anderen Seite: nicht alles, was das Wort „liberal“ im Namen trägt, ist es auch. Die LBS hingegen lebt liberale Werte im gemeinnützigen Wohnungsbau exemplarisch vor! Im Vorstand sind Leute mit Engagement und mit sozialem Verständnis am Werk. Man sorgt sich für die Mieter und kümmert sich um die Liegenschaften. Kein Wunder ist die Mieterschaft der LBS sehr stabil. Dies kommt auch Schlieren zugute und man kann sagen, die gute Klientel ist ein echter Gegenwert für den guten Baurechtszins. Baurechtsverträge haben das Problem, dass sie einmal auslaufen. Und wer gegen Ende einer Baurechtszeit keine Perspektive hat, der investiert auch nicht mehr. Es drohen Zerfall und Verslumung. Es war deshalb ein weitblickender und weiser Entscheid des Vorstandes der LBS, sich früh genug über das Ende der Baurechtszeit und die Zukunft der Liegenschaften Gedanken zu machen, und mit diesem Problem auf die Stadt Schlieren zuzugehen. So kam es zur Vorlage, die wir heute diskutieren. Es geht um Planungssicherheit auf der einen und gegen die Verslumung auf der anderen Seite.

Die Vorlage 10/2012 sieht folgerichtig vor, dass Baurechtsverträge mit der LBS 10 Jahre vor Ablauf um 2 x 15 Jahre verlängert werden können. Dies ergibt einen neuen Kalkulationshorizont von 40 Jahren und ermöglicht, dass man grundlegende Erneuerungen mit einer angemessenen Amortisationszeit planen kann. Das ist gut so, und wir sind überzeugt, dass die LBS dieses neue Recht unternehmerisch zu Nutzen weiss und im Sinne der Stadt umsetzt.

Die Vorlage hat zwischen Stadtrat und GPK eine unnötige Zusatzrunde gedreht. Die Mietzinsklausel wird in der LBS nämlich auch ohne Paragrafen gelebt. Aber es ist verständlich, wenn die öffentliche Hand sich absichern will. Und man sieht in diesem Vertrag ja auch einen Präzedenzfall für weitere genossenschaftlich strukturierte Baurechtsverträge.

Die FDP Schlieren steht geschlossen dahinter: hinter der LBS und hinter dieser Vorlage.

8.12.12. / Andreas Geistlich

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